Appell für mehr Schwimmausbildung und Vorsicht an offenen Gewässern
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat heute die Ertrinkungsstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Demnach sind im vergangenen Jahr mindestens 393 Menschen in Deutschland ertrunken. In Nordrhein-Westfalen wurden 48 Todesfälle registriert.
Die Auswertung zeigt erneut ein klares Bild: Die meisten tödlichen Unglücke ereignen sich in natürlichen Gewässern, insbesondere in Flüssen und Seen. Schwimmbäder spielen hingegen nur eine sehr geringe Rolle bei den registrierten Ertrinkungsfällen.
Insgesamt bewegt sich die Zahl der Ertrinkungstoten auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Leichte Schwankungen hängen häufig mit den Wetterbedingungen zusammen. Bei längeren Schönwetterperioden zieht es mehr Menschen an Seen, Flüsse und andere unbewachte Gewässer, wodurch auch das Risiko von Badeunfällen steigt. Besonders viele Unglücke passieren in den Sommermonaten: Juni, Juli und August sind traditionell die Monate mit den meisten Ertrinkungstoten. Auffällig ist zudem, dass 82 Prozent der Verunglückten männlich sind.
Die DLRG erstellt ihre Statistik durch die Auswertung von Presseberichten, Meldungen von Behörden sowie Berichten aus den eigenen Gliederungen. Sie bildet damit die Mindestzahl der tatsächlichen Ertrinkungsfälle ab. Nicht erfasst werden beispielsweise Fälle, die nicht öffentlich gemeldet wurden oder Personen, die nach einer Rettung erst später im Krankenhaus versterben.
Perspektive aus Moers
Aus Sicht der DLRG Ortsgruppe Moers-Rheinkamp unterstreichen die Zahlen vor allem die Bedeutung der Prävention. Ortsgruppenleiter Sven Kattelans betont:
„Ein zentraler Baustein zur Vermeidung von Badeunfällen ist, dass Kinder möglichst früh sicher schwimmen lernen. Schwimmfähigkeit rettet Leben. Gleichzeitig sehen wir immer wieder, dass gerade junge Erwachsene und auch ältere Menschen ihre Kräfte überschätzen.“
Bei älteren Menschen komme zudem ein weiterer Faktor hinzu. „Gerade bei Senioren spielen medizinische Notfälle im Wasser eine Rolle, etwa Herz-Kreislauf-Probleme. Diese Fälle werden häufig als Badeunfälle eingeordnet, auch wenn das eigentliche Ertrinken nicht immer die alleinige Ursache ist. In der Statistik werden solche Hintergründe allerdings nicht gesondert erfasst“, erklärt Kattelans.
Ein besonderes Risiko stellen große Flüsse dar. Die DLRG warnt deshalb ausdrücklich davor, im Rhein schwimmen zu gehen oder sich dort zur Abkühlung ins Wasser zu begeben. Starke Strömungen, Sogwirkungen von Schiffen sowie große Temperaturunterschiede können selbst für gute Schwimmer schnell lebensgefährlich werden.
Die DLRG appelliert daher, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und Kinder frühzeitig an das sichere Schwimmen heranzuführen.